Ablauf der Schützenfesttage im Reitercorps

Schützenfestsamstag

Für die Mitglieder des Neusser Reitercorps beginnt das Neusser Bürgerschützenfest traditionell am Samstagnachmittag mit dem feierlichen Aufsitzen an den alten Stallungen an der Rennbahn. Dieser historische Ort, an dem früher die Pferde während der Kirmestage untergebracht waren, bildet den Auftakt in die Festtage.

Von dort aus begeben sich die Reiter gemeinsam zur Reiterwiese, wo sie von ihrer Musikkapelle sowie ihren Familien herzlich empfangen werden. Nach dem gemeinsamen Vorbeimarsch und dem Aufmarschieren erfolgt die Meldung an den Chef des Corps. Im Anschluss sitzen die Reiter ab und stimmen die Nationalhymne an. Ein erstes Ringstechen eröffnet den sportlichen Teil des Festes, bevor die gesamte Reiterfamilie ins Sektzelt einzieht, wo das Komitee sowie der Schützenkönig feierlich vom Reitercorps und seiner Kapelle begrüßt werden.

Im weiteren Verlauf des Tages sitzen die Reiter erneut auf und reiten über den Markt zum Vogthaus, um ihren Pferden die Strecke der großen Parade vertraut zu machen. Der abendliche Fackelzug wird traditionell zu Fuß im sogenannten „kleinen Dienstanzug“ absolviert – derselben festlichen Kleidung, die auch beim Oberst- und Königsehrenabend getragen wird.

Sonntag: Parade und festliche Aufstellung

Der Sonntag beginnt mit einem besonderen Höhepunkt: dem traditionellen Frühstück gegeben vom Hohen Reitersieger, das oft eher einem frühen Mittagessen gleicht und den Tag in geselliger Runde einleitet.

Anschließend treten die Reiter zur großen Parade an. In ihrer festlichen Uniform – bestehend aus Frack, Frackhemd, Frackweste, weißer Fliege, rot-weißer Schärpe, weißen Handschuhen sowie schwarzen Jodpurhosen und Stiefeletten mit Anschlagsporen – präsentieren sie sich dem Publikum. Zur Parade wird zusätzlich ein Zylinder getragen, den ausschließlich der Chef vor dem Schützenkönig und dem Komitee abnimmt.

Bei allen weiteren Umzügen tragen die Reiter stattdessen eine Reitkappe mit silberner oder goldener Kordel sowie einer Anstecknadel in Form einer kleinen Peeke.

Das Gartenfest – Highlight am Montag

Im Jahr 1950 nahm das Neusser Reitercorps nach dem Zweiten Weltkrieg erstmals wieder am Neusser Bürgerschützenfest teil. In dieser Zeit prägte der damalige Chef Carl Thywissen eine Tradition, die bis heute fest im Corpsleben verankert ist: das Gartenfest.

Ursprung einer besonderen Tradition

Nach den Kriegsjahren stellte Carl Thywissen dem Reitercorps bis 1969 den Keller seines im Krieg zerstörten Elternhauses an der Erftstraße 90 sowie den dazugehörigen Garten als Reiterstätte während der Schützentage zur Verfügung. Aus dieser besonderen Geste entwickelte sich eine feste Tradition innerhalb der Reiterfamilie.

Bis heute ist das Gartenfest ein zentraler Bestandteil des Schützenfestmontags. Es findet traditionell am Montagmittag statt und wird von musikalischer Begleitung sowie der sogenannten Damenrede geprägt. In geselliger Atmosphäre kommt hier die gesamte Reiterfamilie zusammen und pflegt das Miteinander innerhalb des Corps.

Im Anschluss an das Gartenfest am Montagvormittag begeben sich die Reiter zum Nachmittagsumzug. Danach treffen sie sich auf der Reiterwiese, wo die ersten Ringe des Tages gestochen werden. Den Abschluss des Tages bildet der feierliche Abendumzug, der den ereignisreichen Schützenfestmontag abrundet.

Der Dienstag – Entscheidung und Krönung im Reitercorps

Der Dienstag des Neusser Bürgerschützenfest bildet den sportlichen und emotionalen Höhepunkt im Jahresablauf des Neusser Reitercorps.

Siegerparade und Ehrung

Nach dem traditionellen Chefessen und dem Nachmittagsumzug versammelt sich das Corps zur Siegerparade auf der Festwiese. Dort wird der amtierende Hohe Reitersieger noch einmal feierlich geehrt und in den Mittelpunkt des Geschehens gestellt.

Im Anschluss folgen weitere Durchgänge im Ringstechen, bevor der entscheidende Höhepunkt des Tages beginnt.

Das große Siegerstechen

Für das Siegerstechen wechseln die Reiter ihre weiße Jacke, die sie zuvor bei den übrigen Durchgängen getragen haben, gegen den Frack. Dieser Moment markiert den Übergang vom Wettbewerb zur feierlichen Entscheidung.

Der Titel des Hohen Reitersiegers wird demjenigen Reiter zuteil, der als Erster drei Ringe erfolgreich mit der Peeke gestochen hat. Mit diesem letzten Treffer ist die Entscheidung gefallen – Spannung und Emotionen erreichen ihren Höhepunkt.

Proklamation und Feierlichkeiten

Nach der offiziellen Proklamation im Festzelt zieht sich das Reitercorps zurück, um den neuen Hohen Reitersieger und die Hohe Siegerin im Kreis der Reiterfamilie gebührend zu feiern und zu ehren.

Am Abend folgt der Abendumzug, bei dem der Hohe Reitersieger gemeinsam mit dem neuen Schützenkönig und dem Komitee die Parade abnimmt. Im Anschluss werden beide im Vogthaus nochmals feierlich geehrt.

Der feierliche Abschluss

Den krönenden Abschluss bildet die Inthronisierung von Schützenkönig und Hohen Reitersieger am darauffolgenden Samstag in der Stadthalle von Neuss.

Damit endet ein festlicher Ablauf, der Tradition, sportlichen Wettbewerb und Gemeinschaft auf besondere Weise verbindet und den Dienstag zum emotionalen Höhepunkt des Schützenfestes macht.

Foto: Neusser Reitercorps 1828

Foto: Neusser Reitercorps 1828

Foto: Graca Darius Bialojan

Struktur der Umzüge

Die Aufstellung der Umzüge folgt einer klaren Tradition: Angeführt werden sie vom Chef und seinem Adjutanten, gefolgt vom Standartenträger mit seinen beiden Standartenjunkern sowie dem Hohen Reitersieger mit seinen Siegerjunkern. Danach reihen sich die weiteren Reiter in Dreiergruppen, den sogenannten „Rotten“, ein.

Den Abschluss bilden die beiden Wachtmeister, die während des gesamten Zuges ein wachsames Auge auf Ausrüstung und Auftreten der Reiter haben und so für Ordnung und Disziplin im Corps sorgen.

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.