
Tradition, Reitsport und Gemeinschaft
Das Neusser Reitercorps wurde nur fünf Jahre nach der Gründung des Neusser Bürgerschützenfest ins Leben gerufen und gilt heute als die älteste noch aktive Reitsportvereinigung Deutschlands. Zu den prägenden Gründungsmitgliedern gehörte Caspar Thywissen, der als erster Chef das Corps maßgeblich formte und entscheidend dazu beitrug, dass die Reiter schon früh zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Schützenfestes wurden.
Bereits 1829 waren die Reiter auf dem offiziellen Schützenfestplakat abgebildet – ein Zeichen ihrer schnellen Bedeutung. Schon damals fanden die Reiterspiele auf der Schützenwiese statt und sind bis heute fester Bestandteil des Festprogramms.



Reiterspiele als Höhepunkt
Von Sonntag bis Dienstag erleben die Zuschauerinnen und Zuschauer spannende Wettkämpfe beim traditionellen Ringstechen. Der Höhepunkt ist das Siegerstechen am Dienstagnachmittag. Dabei zeigen die Reiter ihr Können, indem sie im Galopp mit einer Lanze – der sogenannten Peeke – kleine Ringe aufstechen.
Auch bei den großen Umzügen nehmen die Reiter eine besondere Rolle ein: Als letzte Gruppe bilden sie das „Schlusslicht“ des Regiments – und gleichzeitig einen der Höhepunkte, auf den sich viele Besucher besonders freuen.
Werte und gelebte Tradition
Das Leitbild des Reitercorps ist geprägt von der Bewahrung von Traditionen und einem starken Engagement für die Gesellschaft. Dabei spielen auch religiöse Bezüge eine Rolle: Die Reiter fühlen sich dem Schutzheiligen der Pferde, St. Georg, ebenso verbunden wie dem Neusser Stadtpatron St. Quirin.
Gleichzeitig steht das Corps für gelebte Gemeinschaft. Reiter, Familien und Freunde bilden ein enges, kameradschaftliches Netzwerk, in dem auch das gemeinsame Feiern einen festen Platz hat.



Gemeinschaft über das Fest hinaus
Tradition hat nicht nur das Schützenfest selbst, sondern auch das Miteinander darüber hinaus. Ob beim Gartenfest am Schützenfestmontag, beim geselligen Ausklang im Sektzelt oder beim täglichen Beisammensein auf der Festwiese – das Corpsleben ist von Zusammenhalt und Geselligkeit geprägt.
Auch unterjährig bleiben die Mitglieder aktiv: Beim Siegerfest, bei Ausritten, gemeinsamen Reitstunden und regelmäßigen Treffen wird die Gemeinschaft gepflegt und gestärkt.
Ein Corps mit familiärem Charakter
Mit einer konstanten Zahl von etwa 20 bis 30 aktiven Reitern bleibt das Reitercorps bewusst überschaubar und familiär. Diese enge Struktur fördert den starken Zusammenhalt innerhalb des Corps.
Eine Ausnahme bildete das Jubiläumsjahr 1928, in dem 42 Reiter teilnahmen – eine Zahl, die bis heute einmalig geblieben ist.
